Geschrieben von Daniel Kähny

Wer im Coronajahr 2020 ein großes Jubiläum feiern wollte, sah sich in der Regel gezwungen, sein Fest zu verschieben. Das galt nicht nur für private Feiern, sondern auch für Großveranstaltungen, wie etwa die Fußball-Europameisterschaft, die erst 2021 ausgerichtet wurde und trotzdem "EURO 2020" hieß. 

Das Phänomen der verschobenen Jubiläen ist nicht neu - und auch in unserem Dorf musste einst ein großes Jubiläum vertagt werden.

Geschrieben von Max Schlenker

Adelhausen und Maulburg liegen gerade einmal einen strammen Fußmarsch von gut einer Dreiviertelstunde voneinander entfernt. Die Beziehungen zwischen den beiden Ortschaften sind gut, und ein Teil unserer Familie hat in Maulburg heute sogar eine neue Heimat gefunden. Doch nicht immer lagen Adelhausen und Maulburg so "eng" beieinander. Sie waren einst in völlig unterschiedlichen Territorien. Und wie wenig man dem Nachbarn vertraut hat, zeigt eine Episode aus den Napoleonischen Kriegen.

Vorderöstrreichisch-badischer Grenzstein von 1790 (© Daniel Kähny)

Geschrieben von Max Schlenker nach Aufzeichnungen von Adolf Kähny

Eine kleine Geschichte Adelhausens (Teil 5)


1789 gibt es für Adelhausen eine administrative Neuerung: Unser Ort wird selbstständig und bekommt einen eigenen Vogt. Er ist fortan der Vertreter der Obrigkeit im Dorf. Doch ihm könnte bereits bewusst gewesen sein, dass seine Stellung bald auf der Kippe steht - auf der anderen Seite des Rheins bildet sich im gleichen Jahr eine Nationalversammlung, die das Feudalsystem aufhebt und Menschenrechte verkündet. Die Französische Revolution hat begonnen und ihre Folgen werden Europa völlig neu ordnen.

Geschrieben von Daniel Kähny (Buchdigitalisierung: Christof Kähny)

Wer heute einen Acker bewirtschaftet, ist in der Regel Eigentümer oder Pächter. Der Eigentümer ist derjenige, der für ein Flurstück ins Grundbuch eingetragen ist. Das war nicht immer so: Bis ins 18. Jahrhundert war das bäuerliche Lehenwesen die meist verbreitete Beziehung zwischen Grundherren und Bauern. Wer sich für die Geschichte des Lehenwesens näher interresiert, findet im „Historischen Lexikon der Schweiz (HLS)“ eine ausführliche Beschreibung.

In Vorderösterreich, wozu unsere Orte bis Anfang des 19. Jahrhunderts gehörten, war das Lehenwesen fast überall etabliert. Bei der Suche im Archiv des Rathauses ist uns ein sehr gut erhaltenes Buch mit dem Titel „Herrschaftl. Rheinfeldener Bodenzinsgefälle zu Eichsel vom 27. März 1778“ aufgefallen. Es regelt den Bodenzins für die Lehen von Adelhausen, Rapperswyher, Ottwangen und Eichsel. Diese Buch haben wir digitalisiert und hier im Blog zur Verfügung gestellt (auf das Bild klicken). 

 

Geschrieben von Max Schlenker

Unser Interesse an alten Postkarten hatten wir bereits an anderer Stelle besprochen. Während es meinem Schwiegervater vor allem auf die Motive ankommt, interessiert mich der Inhalt. Doch meistens ist dieser relativ belanglos. Zumindest in einem Fall hat ein kleiner Hinweis dann doch meine Aufmerksamkeit geweckt: Der Absender war an einer Militärübung zwischen Basel und Rheinfelden 1909 beteiligt. Doch warum ausgerechnet hier und zu dieser Zeit?

Onkel Fritz Kuder (geb. 1897 / gest. 1983) ist eigentlich kein richtiger Onkel, wurde aber von uns Kindern immer so genannt. Der Schwager unserer Tante Lisbeth kam jedes Jahr in der Sommerzeit auf den Dinkelberg. Sein kleines Gefährt, ein DAF, musste die Strecke von Dülken nach Adelhausen nie fahren, sondern nutzte den Autoreisezug bis Lörrach. Tante Mina und Onkel Fritz hatten ein kleines Wochenendhäuschen, quasi ein Vorläufer des Tiny-Hauses. Er war ein sehr kreativer Mensch, Maler und Dichter, und schrieb Kurzgeschichten über das Leben auf dem Dinkelberg aus seiner Jugendzeit um die Jahrhundertwende. Diese wurden regelmäßig im Markgräfler Tagblatt und im familiären Kreis publiziert. Leider besitze ich noch nicht alle seine Geschichten. 1976 schenkte er der Schule Adelhausen eine Mappe mit allen Geschichten für die Schulbibliothek. Falls jemand über den Verbleib der Bibliothek bzw. dieser Mappe helfen kann, soll er sich bei mir melden. Nun zur ersten Geschichte.