Geschrieben von Adolf Kähny im Rahmen der 750 Jahrfeier von Adelhausen; bearbeitet und ergänzt von Max Schlenker und Daniel Kähny

Unter Kaiserin Maria Theresia von Österreich (1717-1780) wurde die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Ob etwa um 1770 in Adelhausen schon eine Schule bestanden hat, ist nicht belegt. In den Unterlagen im Pfarrarchiv Eichsel ist vor 1800 nur von einem Lehrer „Liesenfeld“ in Eichsel die Rede, der vom Kirchenfond in Eichsel entlohnt wurde. Es ist daher anzunehmen, dass die Adelhauser Schulkinder in Eichsel die Schule besucht haben.

In Baden wird 1803 die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Sie galt für Jungen vom 7. bis zum 14. Lebensjahr und für Mädchen bis zum 13. Lebensjahr. Sie betrifft nach der Eingliederung der vorderösterreichischen Territorien auch Adelhausen, das fortan zu Baden gehört.

Etwa um 1800 kommt Johann Baptist Motsch  (*1.6.1779 in Mambach,  † 20.12.1841), der Ur-Ur-Ur-Großvater der Blogger, nach Adelhausen. Er wird zunächst provisorisch als Lehrer angestellt, 1804 folgt die Festanstellung. In einem Visitationsbericht aus dem Jahr 1808 wird über Lehrer Motsch berichtet: „ist im Schulhalten fleißig und von gutem Rufe, schlägt etwas Orgel“ - die Visitatoren deuten es bereits an: Ein (Dorfschul-)Lehrer ist zu dieser Zeit keineswegs ein akademisch ausgebildeter Pädagoge, sondern meist ein Kirchendiener, Mesner oder Organist. Und so verwundert es nicht, dass Motsch im Orgelspielen geübt war. Die Schülerzahl beträgt 1808 in Adelhausen: 90 Schulkinder, 48 Knaben und 42 Mädchen. Lehrer Motsch ist Zeit eines Lebens in Adelhausen angestellt. Kurz nach seiner Pensionierung stirbt er im Jahr 1841 in dem Ort, in dem er ganzen Generationen eine Grundschulbildung ermöglicht hat. Sein zweiter Sohn, der ebenfalls Johann Baptist (* 09.06.1808) hieß, trat in seine Fußstapfen als Lehrer, allerdings ein paar km weiter in Wyhlen.

Nach Unterlagen im Pfarrhaus in Eichsel soll die Schule in Adelhausen vor 1825 auf dem Platz des heutigen Anwesens „Alwin Rütschle“ in der Rheintalstraße 34 gestanden haben. Diese Schule ist mit mehreren anderen Gebäuden im Jahr 1825 einem Großbrand zum Opfer gefallen. 1826 wurde sie an der Stelle des heutigen Rathauses und der alten Schule wiederaufgebaut und 1827 feierlich eingeweiht. Die Einweihung muss ein Großereignis im Dorf gewesen sein: Gäste aus der gesamten Umgebung waren anwesend. Nach der Eröffnung gab es ein Festessen im "Adler" beim Killhoferwirt. Beim Festessen wurden die Gäste mit Musik und Gesang unterhalten, wie der damalige Pfarrer Fischer von Eichsel in seinen Erinnerungen meldet. Am 16. Dezember des gleichen Jahres konnte auch die in Basel gegossene Glocke im Schultürmchen aufgezogen werden.

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