Geschrieben von Daniel Kähny

Onkel Hermann (Kuder), der Mann meiner Tante Lisbeth, wurde 1899 und so gerade noch im 19. Jahrhundert geboren. Heute freut sich jeder, wenn er seinen 18. Geburtstag feiern darf. Ob sich Onkel Hermann wirklich gefreut hat, weiß ich nicht. Denn kurz nach seinem Geburtstag am 21. März 1917 wurde er zum Militär eingezogen. Sein Dienstantritt war der 21. August 1917 bei der Ersatz-Abt. der Gebirgs-Artillerie Waldkirch im 1. Weltkrieg. Sein Militärpass, den Katrin in einem Karton auf unserer Büni gefunden hat, gibt detailliert seine Einsätze wider.

Als Kinder waren wir immer gerne bei ihm. Er erzählte uns alle Geschichten von früher und er hatte viele Bücher, Atlanten und Lexika. Ganz besonders stolz war aber auf seine Leistung als Richtkanonier bei der Artillerie. Bei Übungen habe er immer als bester abgeschnitten und eine Strafe habe er nie erhalten.

Er wurde schließlich im Osten Frankreichs vor Verdun eingesetzt. Gegen Ende des Kriegs wurde er am am 16. August 1918 zum Sturm-Battalion Nr.5 (Rohr) abkommandiert. Hier sind wir nun beim zweiten Teil der Geschichte, auf die Onkel Hermann sehr stolz war. Er durfte die Kaiserfamilie in Spa beschützen und den Hofzug bis zur niederländischen Grenze begleiten. Am 20. November 1918 wurde er aus dem Dienst entlassen.

Onkel Hermann hatte das Glück, dass er unversehrt aus dem Krieg zurück kam. Andere hatten dies nicht. Eine Liste der Gefallenen von Eichsel und Adelhausen findet ihr unter diesem Link.

Onkel Hermann verstarb am 5. Mai 1992 im Alter von 93 Jahren.

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